Am 24.11.2025 besuchte Herr Werner Thomas unsere Schule. Er ist 95 Jahre alt und blickt auf ein bewegtes Leben zurück. So konnte er uns über die Zeit der Hitlerjugend bis zur DDR berichten.

Herr Thomas war am Ende des Zweiten Weltkrieges 14 Jahre alt. Er erzählte, dass der Krieg am Anfang gar nicht so schlimm war, doch dann erinnerte er sich an zwei Erlebnisse, die ihn sehr stark prägten: Sein Vater wurde im Jahr 1939 von seinem Nachbarn besucht, der ihm weinend erzählte, dass er gezwungen wird Soldat zu werden, obwohl er niemals jemanden erschießen könne. Er erhielt nach zwei Wochen die traurige Nachricht, dass sein Nachbar erschossen wurde. Herr Thomas erzählte auch von seinem schlimmsten Erlebnis: Die Hitlerjugend wurde damals im Winter bei Minusgraden aufgefordert, eine Straße von ca. 10km nach Toten abzusuchen und sie zu vergraben.

Er erinnerte sich an verstorbene Babys und erfrorene alte Menschen, die einfach von den Wägen geworfen wurden. Er erzählte uns von seiner Flucht aus Schlesien und wie groß die Hungersnot damals war. Er gelangte schließlich nach Weißkollm, wurde Lehrer und dann Schulleiter der Weißkollmer Schule. Dort war er bis zum Eintritt ins Rentenalter tätig. 2008 wurde die Schule in Weißkollm leider geschlossen. Er erzählte auch, dass Lehrer in der DDR ihren Unterricht nicht selber gestalten durften, dennoch war es ihm ein Anliegen, sich gegen den Krieg einzusetzen. Er hat uns die frühere Zeit sehr nahegebracht, wodurch wir jetzt ein größeres Verständnis dafür haben.Wir danken Herrn Thomas sehr, dass er sich die Zeit für uns genommen hat.

Anne Wohler und Marie Schulze/ Klasse 10 der Oberschule Lohsa