Im Rahmen unseres Geschichtsunterrichts sind wir am 29.04.2026 zusammen mit unserem Geschichtslehrer Herr Krüger und unserer Schulsozialarbeiterin Frau Persigehl in die Kufa Hoyerswerda gefahren, um einen Überlebenden aus dem KZ Buchenwald, persönlich zu treffen.
Am Anfang haben wir eine etwa 70 Minuten lange Dokumentation über Andrei Iwanowitsch angeschaut. Der Film zeigt vor allem sein Leben, seine Erinnerungen und wie er über seine Vergangenheit spricht. Man hat gesehen, wie er auch nach so einem schlimmen Erlebnis, ein glückliches Leben führen kann.
Anschließend fand eine Fragerunde statt, bei der Andrei Moiseenko persönlich anwesend war. Viele Fragen bezogen sich auf seine Zeit im Konzentrationslager. Er erklärte zum Beispiel, dass er ein rotes Dreieck mit einem schwarzen R getragen hatte und welche Bedeutung diese Kennzeichnung hatte.
Außerdem wurde er gefragt, warum er seine Geschichte heute noch erzählt. Er antwortete, dass viele Menschen zu wenig über diese Zeit wissen und dass es wichtig ist, darüber aufzuklären. Auf die Frage, wie er es geschafft hat, seinen Lebenswillen zu behalten, sagte er, dass man sich nicht von Stress beherrschen lassen sollte und mit Verständnis durchs Leben gehen sollte.
Besonders eindrücklich waren seine Aussagen über das Leben im Lager. Er beschrieb, dass er täglich arbeiten musste und dass man unter solchen Bedingungen seine Menschlichkeit verliert. Trotz dieser Erfahrungen wirkte er heute sehr ruhig und gefasst.
Dieser Gedanke zeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Gerade heute, wo rechtsextreme Ansichten wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen, ist es entscheidend, informiert zu sein und sich eine eigene, demokratische Meinung zu bilden.
Die Veranstaltung war für uns eine besondere Erfahrung, die sich deutlich vom normalen Unterricht unterschieden hat. Vor allem die persönliche Begegnung hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Beeindruckend ist auch, dass Andrei Moiseenko fast 100 Jahre alt wird und trotzdem weiterhin bereit ist, über seine Vergangenheit zu sprechen.
„Wer seine eigene Vergangenheit nicht kennt, kann keine Zukunft planen“
-Andrei Iwanowitsch Moiseenko

Marie-Luise Liebmann, Schulsprecherin

